01Interdisziplinär ausgerichtet
Die Arbeit der Ressourcen- und Körperorientierten Krisenbegleitung® ist ein interdisziplinär ausgerichteter Ansatz. Sie verknüpft sowohl im Ursachenverständnis als auch in den Interventionsformen psychologisches, psychodynamisches und körperpsychotherapeutisches Wissen. Die Arbeit basiert hauptsächlich auf Erkenntnissen der humanistischen Psychologie und der Pränatalpsychologie sowie den Grundannahmen der nach Wilhelm Reich orientierten Körperpsychotherapie. Zudem berücksichtigen wir die neuesten Erkenntnisse aus Neurobiologie, Entwicklungspsychologie und Bindungsforschung, mit denen sich Paula Diederichs im Rahmen ihrer Hochschultätigkeit ständig auseinandersetzt.
02Körpergedächtnis und Selbstregulation
In der nach Wilhelm Reich orientierten Körperpsychotherapie geht man von einem Energiefluss im Körper aus, ähnlich wie bei der Akupunktur. Zentrale Grundannahme körperorientierter Vorgehensweisen ist die Vorstellung eines „Körpergedächtnisses“, in dem bereits vorgeburtliche Erfahrungen abgespeichert werden. Es wird davon ausgegangen, dass es energetische Zusammenhänge zwischen psychologischem und physiologischem Geschehen gibt und dass innerorganismische Blockierungen entstehen können. Das Ziel besteht auf körperlicher Ebene darin, den pulsatorischen Strom des Babys und seiner Bezugspersonen so zu fördern, dass die Selbstregulationsprozesse gestärkt werden.
03Schwangerschaft und Geburt
Laut Pränatalpsychologie sind Schwangerschaft und Geburt prägend für das spätere Leben. Die ersten neun Monate im Uterus der Mutter sind das erste Zuhause auf der Erde. Die Bedingungen, die wir dort vorgefunden haben, werden als das Grundskript dafür verstanden, wie wir uns im späteren Leben fühlen. Von enormer Bedeutung ist das Erleben der Geburt: Die Geburt gilt als die erste Übergangserfahrung des Menschen – der oft schwierige Weg aus der Gebärmutter in die reale Welt. Die Umstände, unter denen ein Mensch geboren wird, prägen die Auseinandersetzung und das Verhalten bei Krisen und Übergangssituationen im späteren Leben. All diese Erfahrungen sind im Unbewussten angelegt. Sie können Schlüsselsituationen für Stressverhaltensmuster und Krisensituationen sein.
04Körper, Geist und Seele
Das humanistische Menschenbild nimmt an, dass Körper, Geist und Seele in enger Verbindung miteinander stehen. Gibt es in einem Bereich Probleme, tangiert dies auch die anderen Bereiche. Zudem lässt sich unserem Verständnis nach aus den Befunden der Neurobiologie und Hirnforschung, der Säuglings- und Bindungsforschung sowie aus der Sicht der Traumaforschung unmittelbar die Zweckmäßigkeit und Stichhaltigkeit einer Kombination von psychologischen, beraterischen und körperpsychotherapeutischen Interventionen in Krisenlagen ableiten – besonders im Bereich der frühen Hilfen.